Gelungene Premiere der U16-Hindernismeisterschaften
  09.05.2019 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Mit der Premiere der U16-Titelkämpfe boten die hessischen Hindernislauf-Meisterschaften in Pfungstadt eine willkommene Neuerung. Unter den Augen von Nachwuchs-Bundestrainer Georg Lehrer (Frankfurt) gewannen Sydney Decher (SSC Hanau-Rodenbach/5:58,14) und Patrick Lorenz (LG Odenwald/4:48,09) jeweils überlegen im 1500-Meter-Lauf der 14- und 15-Jährigen. Der männliche Nachwuchs stellte mit sieben hessischen Teilnehmern und drei Gaststartern das größte Feld an diesem Abend.

Die Jugend agierte auch in der U18 und U20 auf hohem Niveau. Constanze Paoli (SSC Hanau-Rodenbach/5:16,72) sowie Sara Kiefer (SC Steinberg/5:18,25) auf Rang eins und zwei der weiblichen U18 über 1.500 Meter überzeugten mit der DM-Qualifikation. Der deutsche Crossmeister Dominik Müller sorgte über 2.000 Meter mit 6:29,79 Minuten vor seinem Vereinskameraden Evan Habtemichael (6:39,46) für einen Hanauer Doppelsieg in der männlichen U20, und Robin Pfahls trug sich für den TV Gelnhausen in der U18 mit 6:43,16 Minuten bereits zum dritten Mal in diesem Jahr in die Siegerliste bei Landesmeisterschaften ein.

Die Tücke der Disziplin erfuhr hingegen Lisa Oed. Die für den SSC Hanau-Rodenbach startende Perspektivkader-Athletin stürzte im 3.000-Meter-Wettbewerb der Frauen und musste mit einer Oberschenkelprellung aufgeben. Durch Regen und Wind in ihrem Lauf ohnehin beeinträchtigt, führte eine Unachtsamkeit nach 1.000 Metern zur technischen Nachlässigkeit. „Ich habe zuerst auf die Anzeige geschaut, mich wahrscheinlich ein wenig von der Zwischenzeit von 3:29 Minuten ablenken lassen und dann beim direkt folgenden Hindernisbalken das Nachziehbein nicht hoch genug über das Hindernis geführt“, sagte die 20-jährige Jugend-Europameisterin von 2017. Der Schlag des Beins gegen den Holzbalken machte ein Weiterlaufen unmöglich und könnte Auswirkungen auf den weiteren Saisonverlauf haben.

Während Lisa Oed nach einer Eisbehandlung in die Umkleide humpelte, war klar, dass die nächsten hochwertigen Wettkampftermine zumindest mit großen Fragezeichen zu versehen sind. Denn ob ihr Einsatz bei der EM-Qualifikation in Karlsruhe (18.Mai) oder beim ebenfalls als EM-Quali ausgeschriebenen Sportfest in Osterode (29.Mai) möglich und sinnvoll ist, werden die nächsten Tage zeigen müssen. „Aktuell ist an ein Training nicht zu denken. Zwar ist die Schwellung nicht allzu groß, der Bluterguss verlagert sich weg vom Muskel und übt nicht mehr ganz so viel Druck wie anfangs aus, aber der Muskel schmerzt noch sehr“, lautete die Rückmeldung der Athletin einen Tag nach dem Malheur. Ein Besuch beim OSP-Physiotherapeuten brachte vorsichtige Entwarnung. „Er hat für die nächsten zwei, drei Tage eine ganz deutliche Besserung in Aussicht gestellt“ so Lisa Oed.

Einen Plan B gibt es dennoch, doch der „Umweg“ über die mögliche Qualifikationsdisziplin von 10.000 Metern bei den deutschen Meisterschaften am 8. Juni in Essen steht und fällt ebenfalls mit ihrer Belastungsfähigkeit. 

Unverhoffte Hessenmeisterin wurde so die Frankfurterin Clara Costadura, die 11:01,57 Minuten lief. Bei den Männern ging der Titel mit der Zeit von 9:57,97 Minuten an Oliver Hofmann (TSV Kirchhain). Schneller waren U23-Junior Markus Weiser (TB Wilferdingen/9:32,66) und Alexander Bauer (TV Hauzenberg/9:38,63), die wie die weitgereiste U20-WM-Teilnehmerin und mehrfache deutsche Meisterin Josina Papenfuß (U20/6:59,57) für die besten Tagesleistungen sorgten.

Alle Ergebnisse gibt es hier